Avatar verabschiedet sich

Mal wieder geht ein Java-Oracle-Projekt den Bach runter, dieses mal Avatar/Avatar.js (Quelle https://blogs.oracle.com/theaquarium/entry/project_avatar_update).

https://avatar-js.java.net/, https://avatar.java.net/

Avatar ist/war eine Art Node.js Implementierung in JavaScript auf der JVM.

http://nodyn.io/ ist eine spannende Altarnative, läuft aber auf einer eigenen JavaScript-Umgebung namens DynJS, nicht auf Nashorn.

Java Interfaces mit main-Methode

Statische Schnittstellenmethoden erlauben eine neue Möglichkeit zur Deklaration der main(…)-Methode:

interface HelloWorldInInterfaces {

  static void main( String[] args ) {

    System.out.println( „Hallo Welt einmal anders!“ );

}

}

Das Schlüsselwort interface ist vier Zeichen länger als class, doch mit der Einsparung von public und einem Trenner ergibt sich eine Kürzung von drei Zeichen – wieder eine neue Möglichkeit zum Längefeilschen.

Java Open Source Libs Januar

Mustache (Apache). Sehr performantes Mustache-Templating-System für Java, benötigt Java 8.

Capsule (EPL). “Dead-Simple Packaging and Deployment for JVM Apps”. Im Kern ein Fat-Jar-Builder. Ermöglicht auch ausführbare WARs und Capsules können in Docker-Images konvertier werden. Alaternativ: One-JAR.

Pegdown Doclet (GPL 3). Markdown in Javadoc-Kommentaren statt HTML nutzen, inklusive PlantUML und Syntax Highlighting mit highlight.js.

The Checker Framework (GLP 2/MIT). Hängt sich in den Java-Compiler und führt zusätzliche Typ-Prüfungen (Null-Pointer, SQL-Injections, …) durch. Funktioniert toll mit Java 8, da nun an jeder Deklaration eine Annotation erlaubt ist.

Gradle (Apache). Gradle ist Ant in Groovy 🙂

Offtopic: .NET/C# nun auch Open-Source

Vor einiger Zeit hat MS begonnen die Quellen ihrer Laufzeitumgebung, Bibliotheken und Compiler auf ein Git-Repository (sync mit NET Framework TFS Server innerhalb von Microsoft) zu setzen – ein großartiger Zug! Alles steht unter der MIT-Lizenz.

Zum Einlesen:

Ich freue mich auf die spannenden Entwicklungen aus dem CLR-Lager. Hätte MS diesen Zug schon 10 Jahre früher gemacht, könnte ich gar nicht ausmalen, wie es mit der Verbreitung von Java heute aussehen würde.

UML-Werkzeuge für die Java-Entwicklung

Hier eine Auswahl von Produkten:

§ Enterprise Architect (http://www.sparxsystems.de/) ist ein Produkt von Sparx Systems; es unterstützt UML 2.5 und bietet umfangreiche Modellierungsmöglichkeiten. Für die Business & Software Engineering Edition Standard License sind 599 USD fällig. Eine 30-tägige Testversion ist frei. Das Tool ist an sich eine eigenständige Software, die Integration in Eclipse (und MS Visual Studio) ist möglich.

§ MyEclipse (https://www.genuitec.com/products/myeclipse/) von Genuitec besteht aus seiner großen Sammlung von Eclipse-Plugins, unter anderem auch mit einem UML-Werkzeug. Einblick in das kommerzielle Werkzeug gibt https://www.genuitec.com/products/myeclipse/learning-center/uml/myeclipse-uml2-development-overview/.

§ ObjectAid UML Explorer for Eclipse (http://www.objectaid.com/) ist ein kleines und kompaktes Werkzeug, das Klassen aus Eclipse einfach visualisiert. Es entwickelt sich langsam zu einem größeren kommerziellen Produkt.

§ TOPCASED/PolarSys (http://www.topcased.org/) ist ein umfangreicher UML-Editor für Eclipse.

§ Together (http://www.borland.com/products/together/) ist ein alter Hase unter den UML-Tools – mittlerweile ist der Hersteller Borland bei Micro Focus gelandet. Es gibt eine 30-tägige Demoversion. Die Version 12.7 basiert auf Eclipse 4.4, ist also hinreichend aktuell.

§ Rational Rose (http://www-01.ibm.com/software/de/rational/design.html) ist das professionelle UML-Werkzeug von IBM. Es zeichnet sich durch seinen Preis aus, aber auch durch die Integration einer ganzen Reihe weiterer Werkzeuge, etwa für Anforderungsdokumente, Tests usw.

§ UMLet (http://www.umlet.com/) ist ein UML-Zeichenwerkzeug und geht auf ein Projekt der Vienna University of Technology zurück. Es kann alleinstehende eingesetzt oder in Eclipse eingebettet werden. Auf Google Code liegt der offene Quellcode: https://code.google.com/p/umlet/.

§ Der quelloffene UML Designer (https://obeonetwork.github.io/UML-Designer/) greift auf viele Eclipse-Projekte zurück.

§ UML Lab von yatta (http://www.uml-lab.com/de/uml-lab/).

Viele Werkzeuge kamen und gingen, unter ihnen:

§ eUML2 (http://www.soyatec.com/euml2/) und EclipseUML von Omondo (http://www.omondo.com/) sind Eclipse-basierte UML-Tools. Es gibt ältere freie, eingeschränkte Varianten. eUML2 basiert auf Eclipse 4.3, die letzte Version ist von Dezember 2013. Bei EclipseUML hält das Unternehmen sogar an Eclipse 3.7 fest, und schreibt „Omondo will not anymore deliver builds for Eclipse 4 because it was a technological failure.“

§ ArgoUML (http://argouml.tigris.org/) ist ein freies UML-Werkzeug mit UML 1.4-Notation auf der Basis von NetBeans. Es ist eigenständig und nicht in Eclipse integriertEnde 2011 stoppte die Entwicklung, die letzte Version ist 0.34.

§ NetBeans hatte lange Zeit ein schönes UML-Werkzeug, das jedoch nicht auf die neuen Versionen portiert wurde.

Fehlt was?

null coalescing operator in Java nachbilden

Da null viel zu oft vorkommt, null-Referenzierungen aber vermieden werden müssen, gibt es viel Code der Art: o != null ? o : non_null_o.

Diverse Programmiersprachen bieten für dieses Konstrukt eine Abkürzung über den sogenannten null coalescing operator (Coalescing, zu Deutsch verschmelzend), der geschrieben wird mal als ?? oder als ?:, für unser Beispiel: o ?? non_null_o. Besonders hübsch ist dass bei sequenziellen Tests der Art o ?? p ?? q ?? r, wo es dann sinngemäß lautete: Liefere die erste Referenz ungleich null.

Java-Programmierer kommen nicht zu diesem Glück, können aber tricksen (http://stackoverflow.com/a/28306286/388317):

If there are only two references to test and you are using Java 8, you could use

Object o = null;
Object p = "p";
Object r = Optional.ofNullable( o ).orElse( p );
System.out.println( r );   // p

If you import static Optional the expression is not too bad.

Unfortunately your case with „several variables“ is not possible with an Optional-method. Instead you could use:

Object o = null; Object p = null; Object q = "p"; Optional<Object> r = Stream.of( o, p, q ).filter( Objects::nonNull ).findFirst(); System.out.println( r.get() ); // p

Lokale Klassen und effektiv finale Variablen

Im folgenden Beispiel deklariert die main(…)-Methode eine innere Klasse Snowden mit einem Konstruktor, der auf die finale Variable PRISM zugreift:

public class NSA {

public static void main( String[] args ) {

final int PRISM = 1;

int tempora = 2;

tempora++; // (*)

class Snowden {

Snowden() {

System.out.println( PRISM );

// System.out.println( tempora ); // Auskommentiert ein Compilerfehler

}

}

new Snowden();

}

}

Die Deklaration der inneren Klasse Snowden wird hier wie eine Anweisung eingesetzt. Ein Sichtbarkeitsmodifizierer ist bei inneren lokalen Klassen ungültig, und die Klasse darf keine Klassenmethoden und allgemeinen statischen Variablen deklarieren (finale Konstanten schon).

Jede lokale Klasse kann auf Methoden der äußeren Klasse zugreifen und zusätzlich auf die lokalen Variablen und Parameter, die final sind. Das ist die Variable PRISM auf jeden Fall, tempora ist nicht final (tempora++ ist ein Schreibzugriff), und daher führt eine Konsolenausgabe mit println(tempora) auch zu einem Compilerfehler – Eclipse meldet: „Local variable tempora defined in an enclosing scope must be final or effectively final”. Der letzte Teil der Fehlermeldung gibt einen Hinweis auf eine kleine Änderung seit Java 8, dass Variablen nicht zwingend mit dem Modifizierer final ausgezeichnet werden müssen, um final zu sein. Gibt es keinen Schreibzugriff auf Variablen, sind sie effektiv final. Im Beispiel kann das einfach getestet werden: Wird die Zeile (*) mit tempora++; auskommentiert, so ist tempora effektiv final und Snowden kann auf tempora zugreifen.

Liegt die innere Klasse in einer statischen Methode, kann sie keine Objektmethoden der äußeren Klasse aufrufen.

Auch die Deutsche Bahn nutzt nutzt Java …

… zumindest beim Export ihrer BahnCard-Rechnungen in PDF:

image

Verfasser ist legodo CCS Designer, ein Tool, das die Bahn für die Vorlagen nutzt:

Microsoft Word ist und bleibt das favorisierte Tool vieler Nutzer im Bereich Angebotsmanagement. Der Funktionsumfang überzeugt bis heute mehr als 1 Milliarde Office-Nutzer. Die legodo CCS kombiniert den bekannten Editors mit den Vorteilen eines prozess- und systemgesteuerten Angebotsmanagements. legodo CCS nutzt Word als Editor für das Angebotsmanagement und setzt auf das Dateiformat OOXML, welches seit 2008 als ISO-Standard „ISO/IEC DIS 29500“ definiert ist.

Zitat http://www.legodo.com/loesungen/angebotsmanagement/details/

Nach dem die Word-Datei gefüllt wurde, kommt das nächste Tool, Aspose.Word for Java, was eine PDF generiert:

Aspose.Words for Java is an advanced class library for Java that enables you to perform a great range of document processing tasks directly within your Java applications. Aspose.Words for Java supports processing word (DOC, DOCX, OOXML, RTF) HTML, OpenDocument, PDF, EPUB, XPS, SWF and all image formats. With Aspose.Words you can generate, modify, and convert documents without using Microsoft Word.

Product Diagram of Aspose.Words for Java

Quelle: http://www.aspose.com/java/word-component.aspx.

Die Bahn nutzt hier zwei kommerzielle Werkzeuge, auch deshalb, weil die OpenSource-Welt hier mit nichts vergleichbares auswarten kann. Entwickler mit vergleichbaren Anforderungen müssen in die Tasche greifen. Am nächsten kommt man mit XForms und iText. Aber zu Konvertierung von Word nach PDF gibt es nichts Freies.

Grundsätzlich gibt es unabhängig von Java natürlich viele freie Alternativen.

Varargs-Design-Tipps

  • Hat eine Methode nur einen Array-Parameter, und steht der noch am Ende, so kann dieser relativ einfach durch ein Vararg ersetzt werden. Das gibt dem Aufrufer die komfortable Möglichkeit, eine kompaktere Syntax zu nutzen. Unsere main(String[] args)-Methode kann auch als main(String… args) deklariert werden, sodass der main(…)-Methode bei Tests einfach variable Argumente übergeben werden können.
  • Muss eine Mindestanzahl von Argumenten garantiert werden – bei max(…) sollten das mindestens zwei sein –, ist es besser, eine Deklaration wie folgt zu nutzen: max(int first, int second, int… remaining).
  • Aus Performance-Gründen ist es nicht schlecht, Methoden mit häufigen Parameterlistengrößen als feste Methoden anzubieten, etwa max(double, double), max(double, double, double) und dann max(double…). Der Compiler wählt automatisch immer die passende Methode aus und für zwei oder drei Parameter sind keine temporären Feld-Objekte nötig und die automatische Speicherbereinigung muss nichts wegräumen.

Die Inseln jetzt bei Rheinwerk (Galileo Press hat sich umbenannt)

Bei https://www.rheinwerk-verlag.de/:

Neuer Verlagsname

Von https://www.rheinwerk-verlag.de/umbenennung/:

[…] wir haben uns einen neuen Namen gegeben. Wir tun das nicht freiwillig und nicht leichten Herzens. Aber es ist leider so, dass uns der weitere Gebrauch des Namens »Galileo Press« markenrechtlich untersagt werden soll. Das birgt große Risiken für unser Verlagsgeschäft. Darum haben wir uns entschieden, unseren Verlag neu zu benennen.

Endlich transferTo(…) im InputStream

http://hg.openjdk.java.net/jdk9/jdk9/jdk/rev/003295073abf zeigt uns in Java 9 endlich eine lang erwartete Methode:

+    /**
+     * Reads all bytes from this input stream and writes the bytes to the
+     * given output stream in the order that they are read. On return, this
+     * input stream will be at end of stream. This method does not close either
+     * stream.
+     * <p>
+     * This method may block indefinitely reading from the input stream, or
+     * writing to the output stream. The behavior for the case where the input
+     * and/or output stream is <i>asynchronously closed</i>, or the thread
+     * interrupted during the transfer, is highly input and output stream
+     * specific, and therefore not specified.
+     * <p>
+     * If an I/O error occurs reading from the input stream or writing to the
+     * output stream, then it may do so after some bytes have been read or
+     * written. Consequently the input stream may not be at end of stream and
+     * one, or both, streams may be in an inconsistent state. It is strongly
+     * recommended that both streams be promptly closed if an I/O error occurs.
+     *
+     * @param  out the output stream, non-null
+     * @return the number of bytes transferred
+     * @throws IOException if an I/O error occurs when reading or writing
+     * @throws NullPointerException if {@code out} is {@code null}
+     *
+     * @since 1.9
+     */
+    public long transferTo(OutputStream out) throws IOException {
+        Objects.requireNonNull(out, "out");
+        long transferred = 0;
+        byte[] buffer = new byte[TRANSFER_BUFFER_SIZE];
+        int read;
+        while ((read = this.read(buffer, 0, TRANSFER_BUFFER_SIZE)) >= 0) {
+            out.write(buffer, 0, read);
+            transferred += read;
+        }
+        return transferred;
+    }